Vielseitiger verwendbar als der Kürbis dürfte kaum ein anderes Gemüse sein. Diese geniale Pflanze darf heute in keiner Küche mehr fehlen. Denn egal, ob klein und dunkelgrün, ob fußballgroß und gelbgrün gesprenkelt, ob großbauchig bis zentnerschwer und leuchtend orange, aus jedem Kürbis lassen sich herrliche Gerichte zaubern - von süß über süßsauer bis pikant ist alles möglich. Für Genießer gehören Kürbisse einfach zur Esskultur. Dass der Gemüsekürbis zu den erfolgreichsten kulinarischen Aufsteigern der vergangenen Jahre zählt, davon zeugt das reichhaltige Angebot im Herbst. Wie gesund diese weltweit achtwichtigste Gemüseart ist, wissen nur wenige. Unter den Obst- und Gemüsearten empfinden wir diejenigen als Glückstreffer, die köstlich schmecken und zugleich die Gesundheit fördern, ohne dabei dick zu machen. Bei den Obstarten ist die Erdbeere ein solcher Glücksfall, beim Gemüse ist es neben dem Spargel im Frühling das herbstliche Gegenstück: der Kürbis. Bis vor wenigen Jahren hätten die meisten dieser Aussage widersprochen. Gesund und kalorienarm ja, aber ein kulinarischer Genuss? Beim Stichwort Kürbis denken immer noch viele an süß- sauer Eingelegtes oder langweilige Suppen. Seit sich aber neben dem eher faden ‚Gelben Zentner' etliche hocharomatische Sorten in den Gärten und am Markt verbreiten, wächst die Kürbis-Fangemeinde unaufhaltsam.
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Dem „Kaiser des Gartens" gebühren auch medizinisch betrachtet hoheitliche Würden. Samen und Kernöl gelten in Naturheilkunde wie Schulmedizin als hochwirksame Heilmittel im Bereich von Blasen- und Prostataleiden. Das Fleisch der Kürbisse unterstützt diese Wirkung der Kerne. Rohes Kürbismus unterdrückt zudem durch Reisekrankheit oder Schwangerschaft hervorgerufenen Brechreiz. Neben dem hohen medizinischen Wert besticht auch der Blick auf die für die Ernährung wichtigsten Inhaltsstoffe. Sie stehen den ganzen Winter über frisch zur Verfügung, da sich viele Kürbissorten bei 15 bis 20 °C problemlos bis zum Frühling lagern lassen. Auffallend hoch ist der Gehalt an Karotenen, vor allem bei Sorten mit intensiv orange gefärbtem Fruchtfleisch: ‚Buttercup', ‚Butternut', ‚Hokkaido' und ‚Muskatkürbis'. Karotene beugen nicht nur effektiv Herz-Kreislauf-Krankheiten vor, sie sind auch wirksame Helfer gegen Krebs. Zugleich gelten diese bioaktiven Substanzen auch als „Schönheitsvitamine", da sie die Haut vor UV-Strahlen schützen und ihr ein gesundes Aussehen verleihen. Während Spargel und Erdbeere im Frühling entschlacken, übernimmt der Kürbis diese Aufgabe im Herbst. Sein Fleisch wirkt entwässernd und harntreibend, hilft also, leichte Wasseransammlungen im Gewebe aufzulösen und Giftstoffe auszuschwemmen.
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Kürbisse zählen im Garten zu den Sonnenanbetern. Sobald sich die feuchtkühlen Herbsttage häufen, wollen sie ins Warme. Gut ausgereifte Früchte halten sich bei Zimmertemperatur je nach Sorte zwischen vier und 20 Monate. Vor allem die hocharomatischen, kleinfrüchtigen Sorten wie ‚Hokkaido', ‚Buttercup', ‚Butternut', ‚Triamble', ‚Türkenturban' und ‚Chioggia' oder auch die kaum ein Pfund wiegenden ‚Sweet Dumpling' und ‚Jack be Little' überbieten jeden Zierkürbis in ihrer dekorativen Wirkung – irgendwann kann man sie dann im Kochtopf in Form eines schmackhaften und gesunden Gerichtes „entsorgen".
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Der überwiegende Teil der heute angebotenen Kürbis-sorten ist hervorragend als Speisekürbis geeignet. Einige Sorten sind qualitativ weniger gut geeignet und ganz wenige Sorten enthalten einen Giftstoff. Eine der vielen Arten, Cucurbita pepo, zu der z.B. auch die Zucchini gehören, können den Bitterstoff Cucurbitacin enthalten.
Alle anderen Arten, also hier als Speisekürbis besonders interessant, die C. maxima und die C. moschata, kreuzen sich absolut nicht mit C. pepo, können deshalb auch diesen Bitterstoff nicht enthalten. Woher kommt der Bitterstoff Cucurbitacin, was verursacht er ? Cucurbitacin ist ein Stoff, der ursprünglich in vielen Sorten der Art C. pepo enthalten war. Bereits die Indianer fanden heraus, das es auch bitterstoffreie Varianten gab und züchteten diese Cucurbitacin- freien Sorten weiter.
Im heutigen Handel sind noch etwa 20 Sorten, die Cucurbitacin enthalten. Diese werden auch häufig als “echte Zierkürbisse” bezeichnet. Dazu zählen Warzenmischung,Kronenmischung, Indian Mix, Flat striped, Pear bicolor und weitere. Es sind allemale sehr schöne Kürbisse, die zugleich auch recht klein sind, also aufgrund ihrer Größe für die Küchenverwendung schlecht geeignet sind. Hinzu kommt auch, das diese Sorten wenig und auf den ersten Blick auch schlechtes Fruchtfleisch enthalten. Aber auch gute Speisekürbisse können sehr schön sein, z.B. die bunten Acorns. Schönheit ist also keinerlei Indiz für den Bitterstoff Cucurbitacin.
Cucurbitacin wirkt bei Verzehr reizend auf die Magenschleimhäute. Je nach Verzehrmenge treten Unwohlsein, Magenbeschwerden, Übelkeit und Durchfall auf, tödlich wirkt es nicht. Es gibt wohl aber auch Menschen, die, obwohl das fertige Gericht bitter schmeckt, brav weiter essen und danach 2 Tage zur Beobachtung stationär behandelt werden müssen. Wie erkenne ich Cucurbitacin ? Kürbisfleisch, das Cucurbitacin enthält, riecht und schmeckt leicht bitterlich.
Die Methode der Rohverkostung sollten Sie bei Verdacht auch durchführen, es ist die sicherste Methode im Verdachtsfalle, bevor man die Arbeit der Zubereitung investiert hat. Verwendbares Kürbisfleisch riecht und schmeckt neutral bis leicht süßlich und aromatisch. Welche Kürbisse können den Bitterstoff enthalten ? Wie beschrieben, sind Vertreter der C. pepo betroffen, also etwa 20 Sorten dieser Gruppe beinhalten ihn von Natur aus und sollten nicht verzehrt werden. Zur Gattung C. pepo zählen aber auch Zucchini, Veg. Spaghetti, Patissons, die Gruppe der Halloweenkürbisse und die Gruppe der Acorns. Jetzt sollten Sie keine Angst bekommen, problematisch wird es bei diesen Sorten nur, wenn Sie Samen, selbst entnehmen und diese im nächsten Jahr zu Speisezwecken pflanzen wollen. Sortenreine Samen dieser C. pepo können kein Cucurbitacin enthalten, nur eingekreuzte Samen.
Die Vetreter der C. pepo kreuzen sich nämlich unkontrollierbar und Bienen fliegen bis zu 2 km weit. Es reicht also, wenn der Nachbar oder einige hundert Meter weiter liegende Gärtner Zierkürbisse in seinem Garten hat, um Ihre Zucchini damit zu bestäuben.
Es hat allerdings erst Einfluß im darauffolgenden Jahr, die eben gebildete Frucht ist davon nicht betroffen, lediglich die Samen beinhalten diese Anlage genetisch. Da man bei eigener Samenernte nie genau weiß, was dabei herauskommt, sollte man ruhig das Geld für Samen anlegen und die richtige Sorte Saatgut kaufen. Denn, wenn sich auch der Bitterstoff Cucurbitacin nicht einkreuzt, das Ergebnis der Eigenvermehrung ist meistens von schlechterer Qualität.
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